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Update dieser Seite: 01.04.15

Der Kupferstich

Der Künstler: Sacha Markus Sedleger, Schweiz


Herstellungstechniken

Der Kupferstich ist ein Tiefdruckverfahren, bei dem die seitenverkehrte, in eine Kupferplatte eingeritzte Zeichnung das positive Bild nach dem Abdruck ergibt.
Zur Bearbeitung der Platte stehen dem Kupferstecher verschiedene Verfahren zur Verfügung:

Kaltnadelradierung - Kupferstich

Mit einer Radiernadel graviert man das Bild in die Kupferplatte. Dann wird die Farbe mit einem Tampon in die gravierten Stellen gerieben. Die Plattenoberfläche wird anschließend sorgfältig abgewischt, sodaß nur in den vertieften Stellen Druckfarbe bleibt. Gedruckt wird auf einen Papierbogen, der zuvor mit Wasser angefeuchtet wurde, wobei das Papier die Farbe aus den vertieften Stellen aufnimmt.

Radierung - Strichätzung

Eine saubere Metallplatte wird gleichmäßig mit säurefestem Aetzgrund (Wachs, Harz, Asphalt) überzogen. Auf diese Platte wird mit einer Radiernadel gezeichnet. Im Säurebad (Eisenchlorid oder verdünnte Salpetersäure) werden die mit der Radiernadel freigelegten Stellen geätzt und so vertieft. Nach Entfernung des Aetzgrundes kann die Platte eingefärbt werden. In der Presse erfolgt die Übertragung der Farbe aus den vertieften Stellen auf das Papier.

Aquatinta - Flächenätzung

Die Metallplatte (Kupfer) wird mit Asphaltpuder oder Kolophoniumpulver bestäubt und erwärmt: die Oberfläche wird dadurch körnig. Stellen, die auf dem Druck hell erscheinen sollen, sind mit Asphaltlack abzudecken. Im Aetzbad (Salpetersäure oder Eisenchlorid) vertiefen sich die freien Stellen zwischen den Körnchen. Es entsteht ein Kornraster, der beim Drucken eine reiche Tonwertskala ergibt.

Oft werden diese und andere Techniken gleichzeitig für dasselbe Bild angewendet. Für jeden Druck muß die Kupferplatte neu eingefärbt werden, sodass sich, auch bei einer Serie, jedes Blatt vom anderen in Farbe und Ton unterscheiden kann. Diese Originalradierungen werden von Hand datiert numeriert und signiert.

Weiter Techniken sind:


Verni mou - Durchdruckverfahren
Mezzotinto - Schabkunst
En creux - Prägedruck

Monotypie - Einmaldruck

Da ich an dieser Ausstellung mehrere Monotypien zeige, erkläre ich hier kurz den Arbeitsablauf, der zur Fertigung dieser Bilder erforderlich ist.


Die Kupferplatte in der Größe des gewünschten Druckes zuschneiden.
Die Ränder der Platte müssen abgerundet werden (Facette), da sonst die Kanten beim Drucken das Papier beschädigen würden.
Die Oberfläche polieren.
Das Motiv in einem oder mehreren, der oben genannten Verfahren auf die Platte bringen.
Bei der Monotypie entsteht das Motiv oft erst beim Einfärben der Platte, durch spezielles Mischen und Auftragen der Farben. Die dazu verwendeten Instrumente sind: Spachtel, Rakel, Roller oder auch die bloßen Hände.
Für jeden Abzug muß die Platte neu eingefärbt werden.
Die Blätter werden datiert und signiert und tragen statt der Numerierung einen Vermerk wie z.B. e.a., was für 'épreuve d'artiste' steht oder einen direkten Hinweis auf die Herstellungstechnik, z.B. Monotypie.

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Beispiel

[ Bild ]

Für dieses Bild wurden die Techniken: Radierung, Aquatinta und Monotypie angewendet.
Auf der linken Seite sehen Sie (sofern das Ihre Software so will) das ganze Bild. Den kleinen weißen Ausschnitt habe ich ab der Kupferplatte gescannt. Das rechte Bild zeigt die Vergrößerung dieses Ausschnittes. Der Kornraster ist darauf gut erkennbar, er ist mittels der Aquatinta-Technik auf die Platte geätzt, die Linien sind radiert.


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