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Update dieser Seite: 01.03.12

Optimierung der Essgewohnheiten

Der Koch: Sacha Markus Sedleger, Schweiz


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Liebe Geniesserin, lieber Geniesser

Sie haben vielleicht bereits in meiner persönlichen Vorstellung gelesen, dass mein Beruf 'Koch' ist. Ich habe daher eine spezielle Beziehung zum Essen und im besonderen zur Verarbeitung der Lebensmittel. Ist die Zubereitung der Speisen eine 'Kunst'? Die Kochkunst besteht wohl darin, aus wenigen Zutaten eine geniessbare, gesunde und appetitliche Speise herzustellen. Die Esskultur hängt von den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln ab. Wo die Grundnahrungsmittel im Ueberfluss vorhanden sind, verliert paradoxerweise die Pflege der Kochkunst an Bedeutung. Bedingt durch die Industrialisierung hat sich das Problem verlagert: wir haben nicht mehr zu wenig, sondern zu viel zu essen. Die Folgen sind Ueberernährung und einseitige Ernährung, was in den meisten Fällen zu Uebergewicht führt.
Gleich anschliessend finden Sie einige Gedanken zu diesem Thema, die Ihnen verständlich machen, weshalb ich die Seiten zum Thema Essen in diese Homepage, die ja eine Künstlerseite ist, integriert habe.


Ein langfristiges Projekt

Vor 20 Jahren begann ich erstmals auf die Linie zu achten. Als starker Kaffeetrinker entschloss ich mich, mein Lieblingsgetränk ab sofort ohne Zucker und ohne Kaffeerahm zu geniessen. Auf den Zucker im Kaffee habe ich seither auch immer verzichtet; heute schmeckt mir gesüsster Kaffee gar nicht mehr. Nach meinen Berechnungen habe ich so pro Jahr 60 kg Zucker weniger konsumiert. Wie hätte wohl mein Körper die Menge von sage und schreibe 1'200 kg Zucker verarbeitet? Der Erfolg war, dass ich mein Gewicht während langer Zeit konstant auf ca. 75 kg halten konnte, und dies bei einer Körpergrösse von 1.75 m. Als ich vor einem Jahr merkte, dass ich knapp 80 kg auf die Waage brachte, stoppte ich sofort den Konsum aller süssen Getränke, so reduzierte sich das Gewicht wieder auf die alten Werte.
Genauso, wie es in der Kunst Highlights gibt, können auch beim Essen Glanzpunkte gesetzt werden. Ich meine damit jene Feinheiten, wie z.B. eine exzellente Delikatesse, ein seltenes Stück Fleisch, eine besondere Sauce, ein feines Gebäck oder auch eine festliche Mahlzeit. Ein zartes Praline betrachte ich als Highlight; es wird nie auf der täglichen Verpflegungsliste erscheinen, sondern ab und zu als leuchtender Stern meinen Speisenplan erhellen.


Gesundheit !

Die 'richtige' oder die 'falsche' Ernährung gibt es nicht. Ich spreche lieber von der 'gesunden' Ernährung. Was gesund ist und was nicht gesund ist, hängt von der regionalen Esskultur und von der psychischen und physischen Verfassung der Person ab.
Mein Verpflegungsplan ist auf die Verhältnisse der Schweiz abgestimmt, also sehr regional, zudem sind die Speisen nach meinem ganz persönlichen Geschmack ausgesucht. Dass ich täglich aufschreibe, was ich gegessen habe, hat seinen guten Grund: ich möchte wissen, wo ich meine Essgewohnheiten optimieren kann. Beobachten ist hier das A und O. Der Körper meldet uns Unstimmigkeiten, wir brauchen diese nur zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren. Uebermässige Müdigkeit, unreine Haut, schlechte Verdauung, Nervosität oder Schlaflosigkeit sind sehr oft die Folgen der Essgewohnheiten. Deshalb empfiehlt es sich, über längere Zeit hinweg den Speisenplan zu beobachten und zu analysieren. Auf Ihrem Computer können Sie z.B. eine Tabelle erstellen, in der Sie alle Speisen aufführen, die Sie täglich zu sich nehmen. In einer Liste werden Einseitigkeiten rascher sichtbar; Sie erkennen, wovon Sie vielleicht zu viel oder zu wenig konsumieren, und können entsprechende Aenderungen Ihrer Essgewohnheiten veranlassen. Ich bemerkte nach den ersten paar Wochen, dass ich zu oft Schokolade esse, jedoch relativ selten frische Gemüse koche. Eine täglich Hauptmahlzeit hat oft gefehlt, statt dessen verpflegte ich mich von Fertig- und Halbfertigprodukten. Das habe ich geändert: nun koche ich mir jeden Tag eine Hauptspeise, auch wenn diese noch so einfach ist.
Auf Mengenangaben habe ich verzichtet, ich esse soviel, bis ich genug habe. Je nach körperlicher Arbeit benötige ich einmal mehr und einmal weniger, ich schaue einfach darauf, dass mich die Hauptmahlzeit bis zum nächsten Tag sättigt.


Abwechslung

Es ist wohl gar nicht möglich, jeden Tag etwas anderes zu kochen. Eine Uebersicht aller Lebensmittel, die ich während eines Jahres konsumierte, finden Sie auf der Seite: Jahres-Verpflegung.
Erst das Buchführen über einen längeren Zeitraum hinweg hat mir gezeigt, wo ich etwas ändern sollte. Vielleicht können Sie die eine oder andere Idee aus diesen Listen bekommen, wenn Sie selber Ihre Essgewohnheiten beobachten wollen.
Ich bin davon ausgegangen, dass Sie die Speisen nach Ihren eigenen Rezepten und nach Ihrem Geschmack zubereiten wollen. Es sind deshalb nur die Zutaten aufgeführt, nicht aber die Kochanleitungen. Ich stehe Ihnen jedoch per e-mail zur Verfügung, wenn Sie bei der einen oder andern Speise nicht sicher sind, wie sie gekocht wird.
Auf den Seiten: Wunsch-Rezepte kann ich Ihre Fragen öffentlich beantworten.


Tendenzen

Nachdem ich nun täglich alle konsumierten Lebensmittel festgehalten habe, wäre es nur noch ein ganz kleiner Schritt zur genauen Energieberechnung. Ich müsste in einer zusätzlichen Spalte die Menge in Gramm eintragen. Der Aufwand wäre wirklich gering, doch ich überlasse diese Art der Berechnungen den Spezialisten in den Spitälern, deren Aufgabe darin besteht, mit der exakten Energiezufuhr einen Körper am Leben zu erhalten; einen Körper wohlverstanden, der unter Umständen nicht mehr urteils- und handlungsfähig ist.

Die Freude und die Lust am Essen lasse ich mir nicht nehmen. Zudem weiss ich auch nicht genau, wie gross mein Energieverbrauch an jedem Tag ist. Es gibt zwar Durchschnittswerte, an die ich mich halten könnte, doch für eine genaue Berechnung genügen diese kaum, denn der Energieaufwand hängt von zuvielen Faktoren ab:

Grundumsatz:
Alter
Geschlecht
Körpermasse
Klima
Gesundheit
Psyche
Leistungsumsatz:
Berufstätigkeit
Schwere der geleisteten Arbeit
Arbeitsdauer
Arbeitsintensität

Damit das Körpergewicht unverändert bleibt, muss ich gleichviel Energie zu mir nehmen wie ich verbrauche. Das klingt doch ganz einfach.
Es ist aber ganz falsch und gefährlich, z.B. ganz auf den Konsum von Fettstoffen zu verzichten, nur weil Fett ein grosser Energielieferant ist. Rein rechnerisch würde dies die Energiezufuhr verringern, es bestünde jedoch die Gefahr, am Mangel der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu erkranken, denn diese sind essentiell d.h. lebensnotwendig.

Eine abwechslungsreiche Ernährung kann uns durchaus mit allen lebensnotwendigen Stoffen versorgen.
Die Jahres-Uebersicht zeigt mir, dass ich nur sehr selten Fische konsumiere, also kann ich darauf eingehen und ab und zu ein Fleisch- durch ein Fischgericht ersetzen. Die Auseinandersetzung mit meinen Essgewohnheiten hat sich bisher sehr positiv auf das Körpergewicht ausgewirkt, ohne mir die Freude am Essen zu nehmen.

Eine Tafel Schokolade hat für mich verschiedene Werte:

Also - ich lasse mir das Essen etwas Wert sein !



01.03.2012
Nun sind weitere 20 Jahre vergangen. Die Auseinandersetzung mit der Verpflegung war spannend und hat sich auch gelohnt. Ich wiege immer noch zwischen 70 und 73 Kilo. In der Zwischenzeit habe ich auch nicht mehr besonders darauf geachtet, was ich esse, sondern viel mehr noch, wie ich esse. Im Sommer brauche ich schon eine Menge Energie. Da esse oft im Garten und bereite meine Malzeiten auf dem Grill zu. Es hat immer genügend Gemüse aus dem eigenen Anbau und ab und an backe ich auch eigenes Brot im Feldofen. Ich frittiere an jedem Fest feine Sachen. Da mag man mir wieder vorwerfen, ich würde ungesund essen. Es gleicht sich aber schon aus, denn da sind auch Tage, an denen es nur Beeren gibt. In diesem Augenblick kann ich nur raten, einfach das zu essen, was Spass macht.
Ein grosser Dank geht an alle, die mich bei meinem Abenteuer unterstützt haben.


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